Freitag, 8. April 2011

"If you're feeling sinister go off and see a minister"

 
Nach erfolgreich überstandenen Vorstellungsgesprächen stand bei Katha und mir am Mittwochabend nach langer Vorfreude das Konzert von Belle & Sebastian an. Das wurde mal wieder mehr oder weniger spontan vom Astra in die Columbiahalle verlegt. Ich weiß gar nicht, wann diese Orts- und Datumswechsel eigentlich immer stattfinden. Ich kriege das immer kaum mit. Warum passiert das eigentlich immer? Bei Lily Allen vor zwei Jahren wurden sowohl Tag als auch Veranstaltungsort nach dem Kauf der Karte plötzlich geändert. Das Konzert von Clueso in Madgeburg, zu dem mein Bruder eigentlich hingehen wollte, wurde gleich bis in die halbe Unendlichkeit verlegt. Da haben wir noch mal Glück gehabt. Und da Katha mich glücklicherweise noch rechtzeitig per SMS informiert hatte, bin ich dann nach Tempelhof gefahren statt in den Friedrichshain. Schlimm war der Wechsel eigentlich gar nicht, denn auf der Empore in der Columbiahalle konnten wir kleinen Menschen dann wenigstens gut sehen statt ständig die Kopf recken und hochhüpfen zu müssen.  

Die Vorband Those Dancing Days, eine schwedische Indie-Mädchen-Band, war ziemlich cool. Irgendwie waren die fünf alle sehr süß und hochmotiviert. Die Schlagzeugerin war, nicht dass ich das irgendwie bewerten könnte, echt gut. Und die Keyboarderin ist die ganze Zeit aufgedreht hinter ihrem Keyboard hin- und hergesprungen und hat die Tasten trotzdem noch getroffen. Respekt!

Um 22 Uhr (viel zu spät für berufstätige müde alte Menschen wie mich) fingen dann Belle & Sebastian an, bei denen beeindruckende 13 Musiker auf der Bühne standen, die alle mindestens drei Instrumente spielen konnten. Die Musik war einfach schön. Dass tatsächlich vier Streicher mit dabei waren, machte es noch schöner und rechtfertigt in meinen Augen definitiv den Preis von fast 30 Euro pro Karte. Schließlich bezahlt man quasi ein halbes Orchester.
Vollends glücklich war ich, als sie eines ihrer Lieder vom Juno Soundtrack gespielt haben, den ich 2008 in Australien so gut wie non-stop gehört habe und auch nach über drei Jahren immer noch sehr häufig anmache. Auch wenn mein bester Freund der Meinung ist, ich würde niemals irgendetwas Anderes hören als Lily Allen.
Und so haben wir das Konzert um 23.30 Uhr aus logistischen Gründen (Schuld sind die BVG, die Öffnungszeiten des Grimm-Zentrums und meine persönliche Fehlplanung) schon von vor offiziellem Ende müde und zufrieden verlassen.
Jetzt wünsche ich mir alle Belle & Sebastian Alben zum Geburtstag!


Katha:
Ich kann Sara nur zustimmen und war ebenfalls sehr begeistert - vor allem von der Atmosphäre. Das Kozert war nicht rockig genug um die Menge zum Pogen zu veranlassen, aber auch nicht schnulzig genug um nur kuschelnde Pärchen anzuziehen. So herrschte im Publikum allgemeines fröhliches Mitwackeln und ein Dauergrinsen, weil die Lieder sooo schön waren und der Frontmann Stuart Murdoch sooo skurril und lustig.
Und es ist schön zu sehen, was dabei herauskommt, wenn man nicht nur extrem stylishe Menschen mit Modelmaßen in einer Indie-Pop-Band auf der Bühne stehen lässt, sondern vor allem solche, die ihre zahlreichen Istrumente verdammt gut beherrschen: richtig schöne Musik.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen