Mittwoch, 13. April 2011

Der akademische Fehlerteufel

Dass mit Bewerbern von Seiten der Unternehmen nicht immer so umgegangen wird, wie man sich das in Zeiten des viel beschrienen Fachkräftemangels in Deutschland erwartet, ist mir schon lange klar. Die Auswüchse des schlechten Service am Bewerber kriege nicht nur ich und nicht erst in letzter Zeit zu spüren. Meine Bewerbungsmappe, die ich im Jahr 2000 für ein Betriebspraktikum an die Hamburger Kunsthalle geschickt habe, habe ich bis heute nicht zurückbekommen. Und dabei war das mitgeschickte Foto wirklich schön und teuer.

An völlig überforderte zentrale Personalabteilungen deutscher Großkonzerne habe ich mich inzwischen ebenso gewöhnt wie an die Tatsache, dass einige Firmen den Bereich des Online-Recruitung und HR gleich ganz outsourcen, sodass man überhaupt nicht mehr an die Firma rankommt. Und dass man inzwischen automatisierte Standardemails ohne Signatur oder Ansprechpartner und manchmal sogar ohne Betreff (so geschehen beim mir nun noch verhassteren FitnessFirst) als Absage bekommt, damit habe ich mich langsam auch abgefunden.

Dass in der akademischen Welt der Universitäten auch nicht immer alles so läuft, wie es sein sollte, wissen wir alle spätestens seit der Betrugsarbeit des Dr. A.D. Minister A.D. MdB A.D. Karl-Theodor Sylvester Nikolaus Osterhase Weihnachtsmann von und zu Guttenberg. Auch die „heiße“ Powerbraut der FDP, Silvana Koch-Mehrin soll ihre Doktorarbeit nicht vollständig selbst geschrieben haben.

Na ja, was kann man auch erwarten, wenn mir eine der größten deutschen Universitäten ein Absageschreiben für ein Volontariat in der Pressestelle zuschickt, in dem mir auf einen Blick neun (ja: 9!) Rechtschreib- bzw. Grammatikfehler entgegenspringen? Oder ist das nur EIN Fehler, weil es als Folgefehler gilt? Das wissen die Lehrer unter den Lesern besser als ich.

Wie auch immer: Es kommt dabei die Frage auf, ob
a)      es gar keine Absage ist, sondern ein Eignungstest, mit dem meine orthografischen Fähigkeiten ermittelt werden sollen und ich nun sofort dort anrufen sollte, um zu zeigen, dass ich den Test bestanden habe und in die 2. Runde darf.
b)      ich einfach überqualifiziert bin.
c)      ich der akademischen / wissenschaftlichen Welt nun wirklich endgültig den Rücken zukehren sollte und meine Fähigkeiten der freien Wirtschaft zur Verfügung stellen.
d)      ich eine Initiativbewerbung als Lektorin der Universität losschicken sollte.
e)      die Uni unbedingt hier auf dem Blog einen eigenen Beitrag haben wollte.

Kommentare:

  1. Nein, das gilt nicht als Folgefehler! Sage ich mal als Deutschlehrein i.R (hoffentlich). Ansonsten:b,c,d

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  2. Na ich als halber Legasthenikker will mich da mal nich beschweren. :)
    Mit miesen Personalabteilungen hat man nicht nur als Bewerber zu kämpfen. Und das sogar als Ingenieur. Also Kopf hoch!

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  3. Bewirb dich doch für Stellen in Personalabteilungen - da scheint es keine besonders hohen Ansprüche zu geben ;)

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  4. Ich bin für die Initiativbewerbung als Lektorin! Das wäre echt gute Sartire mitten im wahren Leben!

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  5. Ich bin auch fuer die Initiativbewerbung. Probier das mal. Wenn sie Humor haben, dann hast du bald nen Job! Ich bin gespannt!

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  6. Ich würd auch gern deine Initiativbewerbung sehen!

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  7. Wenn es sich hier um dieselbe Autorin handelt, die auch für "Marcus im Schokoladenland" (und die darin versteckten Fehler) verantwortlich war, sollte von einer Tätigkeit als Lektorin definitiv abgesehen werden.
    Freundliche Grüße, ihre Universität Münster

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  8. Liebe anonym kommentierende "Universität Münster",

    ich freue mich sehr, dass Sie unseren Blog so aufmerksame lesen.
    Vielen Dank für den Hinweis auf Fehler im Eintrag "Marcus im Schokoladenland". Ja, der Post ist - wie es der Blog auch anzeigt - ebenfalls von mir. Ich habe den Post sofort überarbeitet und die Fehler entfernt. Denn ich halte an meinen Fehlern nicht so gern fest wie Sie (siehe Abschlusszeile Ihres Kommentars).

    Was die Beschäftigung als Lektorin betrifft, gehe davon aus, dass Sie das Berufsbild einer Lektorin gut genug kennen, um zu wissen, dass die Hauptaufgabe in diesem Beruf ist, fremde -also von anderen Autoren verfasste Texte- stilistisch und inhaltlich zu verbesseren und mögliche Rechtschreib-, Grammatik- und Interpunktionsfehler zu korrigieren - nicht das Verfassen eigener Texte.

    Für das Redigieren meiner Posts bin ich immer sehr dankbar.

    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude beim Lesen unseres Blogs!

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