Montag, 21. März 2011

R.I.P Knut, der Eisbär


Foto: Jensk369 (Jens Koßmagk) / Wikipedia


Welch schockierende Nachricht, die mir da gestern auf dem Titelblatt der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ins Auge sprang. Und das nur, weil ich zu früh zu meinem Yogakurs (das passiert sehr selten, meistens komme ich völlig verschwitzt in letzter Sekunde in den Kursraum gehetzt) war und mich noch fünf Minuten mit der im Fitnessstudio ausliegenden FAZ hinsetzen konnte, bis der Anfängerkurs mit seiner Entspannung fertig beendet hatte.

Nach den inzwischen schon täglich erwarteten Horrornachrichten aus Japan und Libyen fiel mein Blick dann auf eine klitzekleine schier unfassbare Meldung und der linken Spalte: Eisbär Knut ist tot! Unser Knut. Wie kann das sein?

Ich habe Knut persönlich nie kennengelernt. Sprich: Ich war seit seiner Geburt Ende 2006 nicht mehr im Berliner Zoo. Aus dem einfachen Grund, dass ich den Berliner Zoo nach meinem ersten Besuch im Januar 2005 für langweilig, klein und doof und sowieso Hagenbeck in Hamburg für viel hübscher befand. Der Tierpark in Ostberlin ist übrigens auch viel größer und spannender... Also bin ich nie wieder in den Zoo gegangen. Während des Knut-Hypes im Sommer 2007, als er wirklich noch so süß aussah wie auf dem Foto hier, habe ich kurz darüber nachgedacht, einen zweiten Zoobesuch zu wagen, um einen Blick auf Knut zu werfen. Da hat sich zeitlich leider nie ergeben. Und als ich dann 2008 aus Australien wieder kam, war Knut nicht mehr süß und das Thema war erledigt. Schade!

Dabei scheint er wirklich bundesweite Bekanntheit und Popularität erreicht zu haben. Auch wenn mein Freund dachte, Knut sei im Leipziger Zoo zu Hause, so wusste er doch sofort von wem ich spreche, als ich vom Sport kam. Und auch beim Tatortgucken in der Freiburger Mediziner-WG war Knuts mysteriöser Tod vor hunderten von Zoobesuchern (darunter garantiert die Hälfte nun völlig verstörte Kinder) und die noch ausstehende Obduktion, was wirklich klingt wie ein Tatortdrehbuch, Thema.

Traurig, lieber Knut. Und doch werde ich in Erinnerung an dich immer ein wenig schmunzeln und daran denken, dass meine französische Mitbewohnerin Elsa deinetwegen immer dachte, Knut sei kein Name für echte Männer, "sondern nur eine Name für eine kleine Weißbär!"

Kommentare:

  1. Oh, es gibt sogar ein Knut-Gedenkbuch, in das man sich eintragen kann:
    http://www.zoo-berlin.de/zoo/service/service/knut.html

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  2. Haha, Elsas Idee ist ungefähr genauso gut wie die Wortwitze, die so mancher Engländer gestern kreierte ("This bearly covers for a news story. It's certainly polarising opinion in Berlin." - "Joking about this leaves me feeling very cold. I knut believe you'd do such a thing." - "Yes, it's in paw taste...")

    Übrigens: Der einer oder andere Satz in diesem Blog wirkt auf mich - und ich will das nicht falsch verstanden wissen (immerhin bietet dieser Umstand durch seinen Amüsement-Faktor ein gutes Gegengewicht zu der ebenso traurigen wie schlichten Nachricht über Knut), sondern als freundliches Feedback - recht verschachtelt. ;)

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  3. hihihi...
    Und: ich weiß, meine Sätze sind manchmal tatsächlich endlos. Literaturwissenschaftler-Krankheit wahrscheinlich ;)

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  4. @ Janie: Die Wortwitze wurden aber in schriftlicher Form präsentiert, oder? Sonst hätte ich die Witze wohl nicht raushören können...

    Ja, wir trauen unseren Lesern mit unseren langen Sätzen richtig was zu. Aber ihr seid ja alle kluge Köpfe!

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  5. Ach ja, simple Satzkonstruktionen findet man in diesem Beitrag:

    http://sarasydney.blogspot.com/2008/03/festival-capital-ohne-festival.html

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