Samstag, 26. März 2011

Morgendliche Bastelstunde

 
In Straßburg gibt es neben leckerem Flammkuchen, den zwei von mir immer wieder gern besuchten Oysho-Filialen (obwohl es dieses Mal etwas enttäuschend war, weil das Angebot ganz anders war als in Dubai, sodass ich den Laden frustriert mit zwei einfarbigen Basic-Teilen verlassen musste) und dem bereits von mir empfohlenen Museum, auch einen ganz wunderbaren Bastelbedarfsladen, der ein riesiges Sortiment an Perlen, Knöpfen und Stoffen. Da ich leider weder über eine Nähmaschine noch über ein Händchen für den Umgang mit solchen verfüge, ist die untere Etage mit den Stoffen für mich nur zum Gucken aber nicht zum Kaufen interessant. Stunden könnte ich allerdings an der langen Regalwand mit hunderten von Bonbongläsern voller Perlen verbringen.

Wie gut, dass mein Freund von Natur aus ein ruhiger und geduldiger Zeitgenosse ist und ich im Gegenzug schon einige Stunden meines Lebens auf dem Sessel im Ben Sherman-Laden am Hackeschen Markt verbracht habe, während er sich nicht zwischen Jacken, T-Shirts und Polo-Shirts entscheiden konnte. Genau wie ich bei Ben Sherman gibt sich mein Freund große Mühe bei der Beratung, sodass wir dieses Mal allein eine halbe Stunde gebraucht haben, um die schönsten vier Perlensorten für vier Paar neue Ohrringe (da ich ständig welche verliere, brauche ich auch regelmäßig Nachschub) zu finden.
Bis die französischen Verkäuferinnen die anderen zehn kaufwilligen, meist deutschen, Bastlerinnen fertig bedient hatten, war dann eine weitere halbe Stunde vergangen. Aber schlussendlich haben wir das Geschäft mit Bastelbedarf für vier Paar Ohrringe und Ersatzteile für weitere Schmuckstücke im Wert von 16 Euro verlassen.
  

Gebastelt wurde dann gleich am nächsten Morgen nach dem Frühstück am Küchentisch. Das sah etwa so aus: Ich habe den Inhalt der kleinen Plastiktütchen auf dem Tisch verteilt, meinen Freund beauftragt, die Zange zu holen, die Perlen und die silbernen Endstücken (falls jemand den technisch korrekten Terminus für diese Pinüppel kennt, so teile er ihn mir bitte mit) auf die kleinen Metallstäbe aufgefädelt und sie zu meinem Freund rübergeschoben. Der fädelte die Perlen und silbernen Endstücke wieder von den Metallstäben herunter, um sich bei mir zu erkundigen, welche Länge die Ohrringe denn haben sollten (das war natürlich bei jedem Paar anders), diese anschließend entsprechend zu kürzen, wieder aufzufädeln und den Haken zu befestigen. Man könnte auch sagen, er habe die gesamte Arbeit gemacht. Und das würde auch stimmen. Aber immerhin war ich dabei und habe zugeguckt und beraten.


Und ganz nebenbei habe ich (ja, tatsächlich ich selbst) noch fünf einzelne Ohrringe repariert, denen schon vor Jahren der Haken abhanden gekommen ist. Nach zwei Jahren in der Warteschleife auf der Werkbank meines Vaters sind sie irgendwann unrepariert zu mir zurückgekehrt, sodass ich nun selbst die Reparaturinitiative ergreifen musste. Jetzt muss ich nur noch ihre hoffentlich intakten Partner in meinem Schmuckchaos wieder finden.


Mein/unser/sein Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen: Es sind drei Paar (die Perlen für das geplante vierte Paar hatten leider eine zu große Bohrung, sodass sie geeiert hätten – was man nicht alles beachten muss) schicke neue Ohrringe geworden. So richtig viel billiger als bei DaWanda bestellte oder auf dem Flohmarkt im Mauerpark gekaufte Ohrringe sind sie zwar nicht, aber es zählt ja auch der soziale Gedanke dahinter. Und da ich mich immer weigere, mit meinem Freund joggen, Ski fahren oder auf ein Konzert zu kommen, mussten wir ein anderes gemeinsame Hobby finden. Einen Anfang haben wir schon mal: Wir haben zusammen gebastelt!


Kommentare:

  1. Wow, da könnt ihr mir gerne auch mal welche basteln!! :)
    Übrigens: Posts im 2-Minuten-Takt, nicht schlecht, oder?

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  2. Ja, das hat sich wohl etwas überschnitten gerade...
    Also, musst du beim nächsten Städtetrip nach Straßburg wohl mitkommen und dir Perlen aussuchen.

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